„#Pflegekraft“

Das Institut für Frauen- und Männergesundheit führt dank der Kooperation und Finanzierung der Generaldirektion des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV, Strategisches betriebliches Gesundheitsmanagement, Generaldirektion Vorstandsressort Personalentwicklung & Ausbildung) bereits seit über 15 Jahren gender- und kultursensible betriebliche Gesundheitsförderungsprojekte für die Mitarbeiter:innen der Basis durch. Nun darf das Team von FEM Süd und MEN seine Expertise auch Pflegekräften anbieten: Diese sind im Arbeitsalltag zunehmend hohen Belastungen ausgesetzt, wie Schichtarbeit, emotional fordernden Situationen, Zeitdruck und hoher Verantwortung. Dies führt zu einer psychischen und physischen Beanspruchung. Die Pflege ist stark weiblich geprägt, aber auch Männer finden als „Caring Masculinities“ ihren Weg in den Pflegeberuf. Angesichts der zunehmenden Diversität in Pflegeteams ist es entscheidend, gender- und kulturspezifische Aspekte und psychosoziale Faktoren zu berücksichtigen, um diese Berufsgruppe zu kräftigen: „#Pflegekraft“ wurde ab 2024 in zwei Pflegeeinrichtungen für die Mitarbeitenden der Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz pilotiert.

Wie funktioniert das?

Der Ablauf folgte dem BGF-Prozess. Er startete mit dem Einrichten der Steuerungsgruppe des Hauses sowie Kick-off-Veranstaltungen für die Zielgruppe zur Sensibilisierung auf  das Thema Frauen- und Männergesundheit und das biopsychosoziale Gesundheitsmodell. Ergänzend wurde ein „Pflegekompass“ durchgeführt, u. a. zur Erhebung und Reflexion des eigenen Lebensstils.

In gender- und kultursensiblen Gesundheitszirkeln wurden Ressourcen, Belastungen und Lösungsvorschläge partizipativ gesammelt und der Steuerungsgruppe präsentiert. (z. B. zu den Themen: Essen, Dusche, Kommunikation mit Bewohner:innen und Angehörigen) Maßnahmen konnten auf der Verhaltens- und Verhältnisebene implementiert werden (z. B. „Rezeptmeister“ – ein Ernährungsworkshop mit Kochen für Männer, „Wenn Worte Brücken bauen“ – ein Kommunikationsworkshop für Frauen, Yoga & Chill zur körperlichen Gesundheit und Entspannung). „Quick Wins“ (z. B. Bereitstellen von Wäscheständern für benutzte Handtücher nach dem Duschen) konnten bereits zeitnah umgesetzt werden.

Ebenso wurde das nachhaltige Modell der Gesundheitsmultiplikator:innen auf die Pflegekräfte erweitert. Eine 4-tägige Schulung wurde 2025 pilotiert – das Ziel war, nach dieser Schulung als Gesundheitsmultiplikator:in den Kolleg:innen der eigenen Peer-Group Orientierung zu geben, sie zu empowern und als Drehscheibe für gesundheitliche Anliegen im Betrieb frühzeitig auf unterstützende Angebote hinzuweisen. Diese Schulung wird durch qualifizierte Trainer:innen des Wiener Gesundheitsverbundes sowie von FEM Süd und MEN begleitet.

Wie geht es weiter?

Der Berufsverband österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) hat erstmalig den Österreichischen Gesundheitspsychologiepreis vergeben, bei dem „#Pflegekraft“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung würdigt den Einsatz für und durch Pflegekräfte und motiviert das Team weiterhin. mit innovativen Ansätzen einen stärkenden Beitrag im Rahmen der Gesundheitsförderung zu leisten.



Autor:innen
Mag. Florian Reiterer und Mag.a Birgit König

Organisation
Institut für Frauen- und Männergesundheit, FEM Süd und MEN in Kooperation mit WIGEV, Strategisches betriebliches Gesundheitsmanagement, Generaldirektion Vorstandsressort Personalentwicklung&Ausbildung

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